Für (Hobby-)Pianisten: Ben Folds
Ich möchte die Zeit nutzen um kurz auf einen in Deutschland zu unrecht eher unbekannten Musiker hinzuweisen. Ben Folds ist in Amerika und Australien sehr erfolgreich mit seiner Musik und integriert auf einfallsreiche Art und Weise sein Klavier in Rocklieder. Was mir als Hobby-Pianisten besonders gut gefällt ist, dass er in einigen Liedern die Gitarrenparts durch Klavier ersetzt und das Klavier dabei auch versucht wie eine Gitarre zu spielen. Das heißt er spielt nicht nur extrem aufwändige Soli in für Pianisten ziemlich hoher Geschwindigkeit und Präzision, sondern auch”Powerchords” mit dem kompletten Unterarm und bei Bedarf auch mit dem Fuß.
Die Rhythmen ziehen sich durch Melodie und Bass und sind kein Allerwelts-Gewumme. Durch die Zusammenarbeit mit Nick Hornby (Autor von Büchern wie “About a Boy “) ist ein Album entstanden, dass sowohl instrumental, wie auch lyrisch wirklich hochwertig ist. Die meisten Lieder auf “Lonely Avenue” sind kleine Kurzgeschichten die viel Interpretationsspielraum lassen.
Für eher ruhigere Soloklavier-betonte Stücke eignet sich das Album “Songs for Silverman” wogegen “Rockin’ the Suburbs” seinem Namen durchaus gerecht wird. Das in Deutschland wohl bekannteste Lied ist in Zusammenarbeit mit Dr. Dre entstandene “Bitches ain’t shit” und wird auch in den USA und Australien regelmäßig als Zugabe gespielt.
Ich bin versucht mir wegen der neuen Liveaufnahmen bei iTunes das neue Best-Of Album “The best Imitation of myself” zu kaufen, obwohl ich viele Stücke davon bereits auf anderen Alben besitze. Es kommt selten vor, dass ein einzelner Musiker meinen Geschmack so trifft und ich hoffe er spielt demnächst auch mal wieder in Deutschland.
